Hörtest: HiFiMAN HE1000 Unveiled

Bei einem meiner Ausflüge zum Musikhaus Thomann, als ich wieder einmal zahlreiche Lautsprecher für meinen großen Lautsprechervergleich testete (Heft 05/2026), hatte ich noch etwas Zeit übrig. In der Kopfhörerabteilung hörte ich mir deshalb die dort ausgestellten Modelle an. Thomann präsentiert seine Schätzchen in Glasvitrinen. Die freundlichen Mitarbeiter holten sie für mich heraus und schlossen sie an einen sündhaft teuren Kopfhörerverstärker an, sodass ich meine Referenzmusik, die ich für den Lautsprechervergleich ohnehin dabeihatte, nun auch mit einer exklusiven Auswahl an High-End-Kopfhörern hören konnte. Natürlich bin ich wieder einmal völlig versumpft und hörte mich zwei Stunden lang durch alles, was mich interessierte. Unter anderem standen dabei zahlreiche Modelle von HiFiMAN auf dem Programm. Die Marke kannte ich bereits, denn zuvor hatte ich ein günstiges Modell für rund 250 Euro gekauft und ausprobiert. Von dessen Klangqualität war ich durchaus angetan, auch wenn der Tragekomfort nicht besonders hoch ausfiel und meine Meze Empyrean, die ebenfalls auf einem magnetostatischen Prinzip basieren, für meinen Geschmack noch einmal deutlich besser klangen. Gemessen am Preis war ich dennoch beeindruckt.

Bei meinem Hörvergleich stellte ich fest, dass mit steigenden Preisen der HiFiMAN-Modelle auch deren klangliche Qualitäten zunahmen. Der Höhepunkt meines Hörtests vor Ort war schließlich der HE1000 Unveiled. So viele Details hatte ich über einen Kopfhörer zuvor noch nie wahrgenommen. Der noch teurere Susvara konnte mich an dem verwendeten Verstärker hingegen nicht überzeugen, da dieser offensichtlich nicht genügend Leistung bereitstellte. Das Signal wirkte entsprechend zu leise und komprimiert. Der HE1000 Unveiled hingegen spielte an dieser Kombination ausgesprochen kraftvoll und offen. Später ließ ich mir für einen umfassenden Kopfhörervergleich die Spitzenmodelle verschiedener Hersteller sowie mehrere Magnetostaten, darunter erneut den Susvara, und den HiFiMAN-Kopfhörerverstärker Prelude (2.699 Euro) zukommen. Doch selbst dieser konnte den äußerst anspruchsvollen Susvara mit seinen 10 Watt an 32 Ohm aus meiner Sicht nicht vollständig ausreizen. Das klingt zunächst überraschend, entsprach jedoch meinen Höreindrücken. Der immerhin rund 4.000 Euro teure Benchmark HPA4 mit 6 Watt an 16 Ohm spielte entsprechend noch leiser, was dieses Bild bestätigte. Dass HiFiMAN für den Susvara den EF1000 empfiehlt, der 20 Watt an 35 Ohm liefert, spricht ebenfalls dafür, dass dieser Kopfhörer von einer besonders leistungsstarken Verstärkung profitiert.

Über den genannten Kopfhörervergleich, den ich gemeinsam mit mehreren Kollegen durchgeführt habe, wird demnächst ein eigener Artikel erscheinen. Mein persönliches Fazit möchte ich an dieser Stelle jedoch vorwegnehmen: Der HE1000 Unveiled war in diesem Vergleich mein Favorit. Mein bisheriger Referenzkopfhörer, der Meze Empyrean, leistet mir seit Jahren treue Dienste im Studio. Im direkten Vergleich empfand ich dessen Basswiedergabe jedoch als etwas präsenter, wodurch mich feine Details in den Mitten und Höhen weniger deutlich erreichten. Der HE1000 Unveiled wirkte auf mich in dieser Hinsicht etwas klarer und feiner aufgelöst. Das Bessere ist nun einmal der Feind des Guten. Doch nach diesem kurzen Vorfazit beginne ich noch einmal ganz von vorn.