Story: Lautsprecher-Hörvergleich

Der Weg zu meinen persönlichen, perfekten Studio-Monitorlautsprechern war in der Tat sehr lang und kurvenreich. Und wie bei den meisten Wegen hört auch dieser nicht einfach auf, auch wenn ich den schwierigen und steinigen Wegabschnitt hinter mich gebracht habe. Als ich mit 16 anfing, meine eigene Musik aufzunehmen, wusste ich nichts über Monitoring. Ich kannte nicht einmal das Wort, so wie vermutlich die meisten jungen Musiker und angehenden Musikproduzenten. Als ich dann Tontechnik studierte, kaufte ich mir die üblichen Yamaha NS10, weil ich dachte, wenn die jeder hat, muss man die auch haben. Um sie klanglich zu optimieren, kaufte ich einen speziellen Aufbau von einem meiner Dozenten, Andreas Friesecke, den er dafür entwickelt hatte. Dieser vergrößerte das Volumen der NS10 und brachte den Tieftöner um einige Zentimeter nach vorne. Dadurch wird die Laufzeit zwischen Tiefton- und Hochton-Chassis (Phasengang) korrigiert und alle Frequenzen kommen exakt gleichzeitig beim Hörer an. Das verbesserte die NS10 klanglich, und durch das erhöhte Volumen bekam man auch noch ein bisschen mehr Bass. Wirklich gute Studiomonitore wurden daraus trotzdem nicht.

In einem HiFi-Geschäft in der Nähe gab es damals (1998) die Möglichkeit, sehr viele Lautsprecher in einem Showroom zu testen. Ich ging dem Personal ziemlich auf die Nerven, denn ich hörte von Ladenöffnung bis Ladenschluss absolut alle Lautsprecher mehrmals durch, mit der Zeit natürlich immer lauter und lauter. Mein zweites Paar wurden HiFi-Lautsprecher von Nubert mit deutlich mehr Bass und schönerem Klang. Aber auch das war kein optimaler Studiomonitor. Die Yamahas habe ich schon lange verkauft, die Nubert-Lautsprecher habe ich meinem Sohn vermacht.

Von Hollywood nach Schwaben

Viele Jahre später, als ich im Jahr 2014 mein Studio für 3D-Audio umbaute, entschied ich mich nach einem umfangreichen Lautsprecher-Vergleich bei gkg-mastering zusammen mit Ludwig Maier erneut für Lautsprecher von Nubert (Schwaben), diesmal aus der Studio-Serie nuPro, konkret das Modell A-300. Das war damals der einzige bezahlbare Fullrange-Lautsprecher, der bis 30 Hz hinabreichte (bei -3 dB) und unserer Meinung nach die qualitativen Mindestanforderungen an einen Studiolautsprecher erfüllte. Abgesehen von den immensen Tieftonqualitäten war er insbesondere der einzige im angepeilten Preisbereich bis 1.000 Euro pro Stück, der über eine ausreichende Dynamik verfügte. Alle anderen Kandidaten komprimierten zu stark oder hatten deutlich weniger Tiefgang. Die Dynamik war auch der Grund, warum ich mich 13 Jahre zuvor, im Jahr 2001, für die Westlake BBSM10 (Hollywood) entschied. Diese riesigen Lautsprecher waren die ersten, die mir aufgrund ihrer Dynamik Details offenbarten, die ich zuvor nicht wahrgenommen hatte. Leider waren sie extrem teuer und, wie sich herausstellen sollte, für mich für mich ungeeignet. Ich habe viele Jahre mit diesen Lautsprechern gearbeitet und gekämpft. Sie waren ein harter Lehrmeister, denn auf ihnen klang alles schlecht, wenn es nicht perfekt war. Ich dachte immer, das müsste so sein, bis ich sie im Jahr 2014 durch Nubert-Lautsprecher ersetzte, da es aufgrund meines neuen 3D-Audio-Setups nicht anders ging. Die Westlakes waren einfach zu groß und mussten raus. Bereits nach zwei Wochen mit den Nuberts bemerkte ich, dass meine Mixe besser klangen als zuvor mit den Westlakes. Obwohl die Westlakes etwa 15-mal teurer und viel ehrlicher waren, konnte ich mit den Nuberts einfach leichter arbeiten, weil sie meinen klanglichen Erwartungen eher entsprachen.